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Künstliche Intelligenz in der Filmproduktion: Higgsfield im Test

Das war der Ki Stammtisch von 30. Januar 2026

Um unser aktuelles Wissen zum Thema Künstliche Intelligenz in der Filmproduktion zu bündeln und uns auszutauschen stand an diesem KI Stammtisch die generativen Möglichkeiten für Filmproduktion im Mittelpunkt. Zusätzlich haben wir weitere KI´s betrachtet und getestet um Einblicke in die aktuellen KI-Arbeitsabläufe von Graustich Next bekommen.
Julian Gentner, Head von Graustich Studio spricht über den Hauptakt des Tages und präsentierte aktuelle Plattformen rund um das Erstellen und Bearbeiten von Filmsequenzen mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz. 

Schwerpunkt: Film-KI im Praxistest: Higgsfield.ai als Werkzeug für visuelle Produktionen

Ein Schwerpunkt des Nachmittags lag auf der Analyse von Higgsfield.ai – einer KI-Plattform, die sich insbesondere an Filmstudios, Content-Teams und visuelle Produktionsumgebungen richtet. Uns interessierte weniger die Oberfläche – sondern die Frage: Wie belastbar ist das System für reale Anwendungsfälle im E-Commerce und in der alltäglichen Markenkommunikation?

Live-Test: Avatar-Erstellung für eine E-Commerce-Anwendung
Im Zentrum stand ein konkretes Szenario: Die Erstellung eines realistischen Avatars auf Basis eines Teammitglieds – mit dem Ziel, diesen Avatar anschließend mit Kleidung aus einem KI-basierten „Shop“ zu stylen. Die Kernfragen dabei:

  • Wie präzise funktioniert die Identitätsübertragung?
  • Bleiben Proportionen, Mimik und Haltung konsistent?
  • Wie realistisch wirkt das „Anziehen“ mit digital generierten Kleidungsstücken?
  • Wie geht das System mit Faltenwurf, Stoffstruktur und Lichtinteraktion um?

Gerade für E-Commerce-Anwendungen ist das entscheidend. Virtuelle Models, personalisierte Visualisierungen oder adaptive Kampagnen könnten hier perspektivisch enorme Produktionskosten reduzieren – vorausgesetzt, die visuelle Qualität ist belastbar.

Unsere Beobachtung:

  • Die Geschwindigkeit der Generierung ist beeindruckend.
  • Die visuelle Qualität ist hoch – insbesondere bei standardisierten Perspektiven.
  • Herausfordernd wird es bei komplexen Stoffen, überlappenden Layern oder dynamischen Posen.
  • Hier zeigt sich, dass KI zwar überzeugend generiert, aber physikalische Plausibilität nicht immer vollständig konsistent durchhält.

Prompt-Architektur statt „einfacher Eingabe“
Ein weiterer Diskussionspunkt war die Strukturierung von Prompts.
Higgsfield ermöglicht deutlich granularere Eingaben als viele klassische Text-to-Image-Modelle:

  • Steuerung von Kamerapositionen und Perspektiven
  • Definition von Lichtstimmungen
  • Kontrolle über Bildausschnitt und Inszenierung
  • Iterative Feinjustierung über Prompt Enhancer
  • Kombination aus textlicher und parametrischer Steuerung

Hier zeigte sich: Professionelle Film-KI ist weniger „Magic Button“ und mehr Prompt-Architektur. Die Qualität des Ergebnisses hängt stark von der strukturellen Klarheit der Eingabe ab. Für Produktionsumgebungen bedeutet das: KI ersetzt kein konzeptionelles Denken – sie verstärkt es.

Auflösung, APIs und Integrationsfähigkeit
Neben der visuellen Qualität haben wir auch technische Rahmenbedingungen diskutiert:

  • Welche Auflösungen sind produktionsfähig?
  • Wie stabil sind Renderzeiten?
  • Wie skalierbar ist das System?
  • Welche API-Schnittstellen stehen für Automatisierung zur Verfügung?
  • Welche Lizenzmodelle gelten für kommerzielle Nutzung?

Gerade für Agenturen und E-Commerce-Plattformen sind diese Fragen zentral.
Ein visuell starkes Tool nützt wenig, wenn es nicht in bestehende Produktions- oder Shop-Systeme integrierbar ist.
Higgsfield positioniert sich hier als Plattform mit professionellem Anspruch – insbesondere durch API-Optionen und erweiterte Steuerungsmöglichkeiten.

Einordnung: Potenziale und Grenzen für die Filmwelt
Unser Fazit aus dem Praxistest: Higgsfield.ai zeigt deutlich, wie weit generative KI im Bereich Film- und Visual-Produktion bereits ist. Insbesondere für:

  • Vorvisualisierung von Szenen
  • schnelle Stiltests
  • virtuelle Models im E-Commerce
  • experimentelle Kampagnen
  • Prototyping für Bewegtbild

Gleichzeitig wurde uns ebenso klar: Für High-End-Filmproduktionen mit komplexer Interaktion, physikalischer Genauigkeit und narrativer Tiefe bleibt KI aktuell ein Werkzeug zur Ergänzung, nicht zum vollständigen Ersatz. Der größte Mehrwert lag deshalb nicht im „Wow-Effekt“, sondern im gemeinsamen Verständnis: Wo ist KI heute produktiv einsetzbar – und wo braucht es weiterhin klassisches Filmhandwerk? Wo führt uns die KI in eine Sackgasse und wo ligen die Vorteile der Mensch gemachten Szenen. 

Weitere Kurz-Themen des Nachmittags:

KI in Kameras:
Lars Osthold gab einen Einblick in die automatische Objekterkennung, ISO-Anpassung, intelligente Assistenzfunktionen.
Beispiel: neue Sony A7-5. Zeigt, wie KI bereits in Tools integriert ist, die wir täglich nutzen.

Service-KI (Hallopetra.de):
KI-Anrufe im Büro – mit Dialekt, Geduld und echten Antworten auf komplexe Fragen.
Erkenntnis: KI-Service ist längst selbst von Profis nicht mehr von der Realität zu unterscheiden.

Vergleich unterschiedlicher Language Models (OpenRouter):
Modelle testen, analysieren, Unterschiede verstehen – nicht als Wettbewerb, sondern als Orientierung für reale Anwendungen.

IT-Ausblick:
KI im Browser, Nodes für Datensätze, Scraping, Agenten & Workflows – Themen, die die Basis für zukünftige Produktivitätssteigerung in und für Unternehmen bilden.

Was ist dein KI-Thema?
Der KI-Stammtisch soll relevant bleiben – und das geht nur mit deiner Beteiligung. Gibt es eine Fragestellung, die dich beschäftigt?
Ein Tool, das du testen möchtest? Eine Herausforderung aus deinem Unternehmensalltag? Bring deine Ideen ein und gestalte die kommenden Termine aktiv mit. Du hast zudem eine Idee für eine geile Location, in der wir uns zum nächsten Stammtisch treffen sollen? Nur her damit, wir haben Lust darauf.

Graustich-Next entwickelt seit 2016 Software-Projekte, die mit Fragementen der Künstlichen Intelligenz zusammenspielen. Wir bieten für Unternehmen natürlich auch den geschlossenen Raum. Mit einem KI Kompass können Unternehmen eine individuelle Schulung, Vortrag oder Impuls für Projekte bei uns buchen. Mehr zum Thema KI findest du hier.